SOMMERAUSSTELLUNG 2021

Künstler_Innen im Gegner.Haus:
Marion Baumann / Arnold Berger / Anna Maria Brandstätter / Martin Dickinger / Sophie Esslinger / Marie-Theres Gallnbrunner / Thomas Gegner / Arno Jungreithmeier / Markus Kircher / Veera Komulainen / Viktor Kröll / Simon Kubik / Leo Mayr / Markus Moser / Florian Nörl / Marco Prenninger / Ferdinand Reisenbichler / Käthe Schönle / Linda Steinthorsdottir / Stefan Tiefengraber / Daniela Trinkl / Stephan Wiesinger / Norbert Zuckerstätter


Galerien zu Gast:
gallery gundula gruber – presenting: Michael Endlicher AT
artcollection schlichtner – presenting: Begi Guggenheim GE / Hadrien de Corneillan FR / Alan Neider US

Möbel aus der Edelwerkstatt aus Linz

V A N I S H I N G

Hadrien de Corneillan (F)

liefert mit seinem Bild „Vanishing“ den Titel für diese Ausstellung. Er malt hier einen Wald mit thermolabiler Farbe. Steigt die Umgebungstemperatur auf mehr als 30° Celsius/86° F – so verschwindet der Wald von der Bildfläche. Treffen UV-Strahlen auf das Bild – wird es zerstört.

In seinen beiden anderen Arbeiten „Off shore/On shore“ und „Looking for Arthur“ zeigt er Industrieruinen und thematisiert damit das Verhältnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.



Begi Guggenheim (GE/AUT)

installiert für die Ausstellung die Intervention mit dem Titel „10000“, die zu 100% aus Müll besteht. Glastüren, Metallschrott, Plastiksäcke, Styropor aus dem Gegner-Haus haben Verwendung gefunden. Er möchte damit zeigen, dass die von Menschenhand erzeugten Dinge eine extrem lange Verottungszeit haben oder sich im schlimmsten Fall gar nicht mehr abbauen. Mindestens 10000 Jahre oder ewig würde es dauern.

Mit der Plastik „Wanderqualle (Mastigias)“ spielt der Künstler auf steigende Meeresspiegel an. Das Werk stellt eine Qualle dar, die Beine bekommen hat und nun das Meer verlässt und an Land gehen kann.


Alan Neider (USA)

beschäftigt sich seit den 1970er-Jahren mit der Verwertung von Fundstücken für seine Objekte, Assemblagen und Gemälde. Vor 50 Jahren bezog er ein Haus in Chicago und fand dort im Keller Glasreste, Holz, Metall und machte daraus Objekte, die er mit Teer verkittete.


Heute verwendet er für seine Werke Kleidungs- und Stoffreste, Säcke, Taschen, Jute und kommt mit seinen beiden „Paint&Tar“ Paintings mit dem Material Teer auf seine Arbeiten aus den 70er-Jahren zurück. Mit seinem „Ikea-Painting“ mit dem berühmten blauen Ikea-Sack spielt er auf Massenproduktion und Massenkonsum an.
Mit „Tapestry JB5“ und „Blanket Painting“ zeigt er, wie man Kunst aus 100% recycelten Materialien macht.


MICHAEL ENDLICHER

Während der Sommermonate bespielt die GGG einen Raum mit dem Wiener Künstler Michael Endlicher. Ebenso an den Aussenfassaden des Gegner.Haus sind Arbeiten von Endlicher zu sehen. Zum Abschluss der PerspektivenAttersee21 am 07.08.21 um 19h findet eine Performance von Endlicher statt, mit dem Titel I AM AFRAID OF YOUR FEAR!

Sprache ist Ausgangspunkt und Arbeitsmaterial des bildenden Künstlers Michael Endlicher. Sie bestimmt seine Arbeiten sowohl ideell als auch materiell und medienübergreifend. Sie tritt als vermaltes Zitat aus Kunstkritiken auf. Als Gelöbnisformel wird sie in Emailschilder gebrannt. Antithetische „4-letter-words“ werden aus der Leinwand gestanzt, Wortfolgen in Beziehung zu numerischen Buchstabenwerten in Bleche geprägt. Naturfotografien werden auf typografisches Trägermaterial gedruckt, dieses zu Vexierobjekten zwischen Text und Bild zusammengenäht. Dazu kommen Endlichers Ich-Litaneien in Videos und Performances, gesprayte Zaubersprüche und Faltobjekte aus zugetexteten Leinwänden.

Michael Endlicher versucht in den komplexen Relationen von Wort und Bild, von Körper, Individuum und Sprache eigene Perspektiven auszumachen, die er in einer spielerisch reduzierten Ästhetik festhält. Ihn interessiert, wie zeitgenössischer Kunst Sinn von außen zugeschrieben wird: Was wird warum von wem hineingelesen und herbeiformuliert?
Was wird dem Künstler zugeschrieben und abverlangt? Endlicher entwickelt eine Form von poetischer Textkritik, sein facettenreiches Werk oszilliert zwischen schnellem Witz und tiefsinniger Analyse.